Philosophien



Oberstes Ziel in der Kunst des Karate ist weder Sieg noch Niederlage, sondern liegt in der Vervollkommnung des Charakters des Ausübenden. (Gichin Funakoshi)

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Die günstige Gelegenheit, eine Technik auszuführen: Der psychologisch richtige Moment zur Ausführung einer Technik besteht bei Schaffung einer Öffnung, in der Anfangsphase der Technik des Gegners oder wenn der Angriff kommt.

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Die Faust und das Zen gehören zusammen.
Auch hier wurde das ursprüngliche Schriftzeichen ken (Schwert) durch das Karatesysnonym ken (Faust) ersetzt

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In einem Atemzug
Wenn die richtige Distanz für einen Schlag gegeben ist, soll man ohne irgendwelche vorbereitenden Bewegungen in einem Atemzug angreifen. (Schwertmeister Miyamoto Musashi)

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Wer sagt, er hätte keine Zeit für Bewegung, wird sich früher oder später Zeit für Krankheiten nehmen müssen. (Masahiko Tanaka)

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Bei den meisten Kampfkunst-Disziplinen tragen die Anfänger einen weißen Gürtel, der traditionell die Unschuld symbolisiert. Im Laufe der Zeit und des Trainings wird der Gürtel immer dunkler, bis er schwarz ist. Noch mehr Zeit vergeht und der schwarze Gürtel zerfranst und wird fast wieder weiß. Sein Träger kehrt wieder zur Unschuld des Anfangs zurück - das Zeichen der Vollkommenheit.
Dieser endlose Kreislauf vom Schüler zum Meister und zum Schüler gibt sowohl dem Lernenden wie auch dem Lehrenden das Gefühl, ein Teil der Lehre zu sein. Nur durch ständiges Üben mit einem der besser ist, kann man sich entwickeln. Und die Erkenntnis, dass auch Meister ihre Meister haben, soll alle Lernenden beflügeln

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Was wir "Ich" nennen, ist nichts weiter als eine schwingende Tür, die sich bewegt, wenn wir ein- und ausatmen. (Shunryu Suzuki)

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Selbst ein Wort der Erklärung ist schon zu viel.
(Ejo)

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Verlängere Deine Linie -
Der Kämpfer übte den Freikampf mit einem erfahrenen Gegner.
Um seinen Mangel an Kenntnis und Erfahrung wettzumachen, probierte er Tricks und Finten, die jedoch sofort gekontert wurden. Sein Meister beobachtete den Kampf, in der sein Schüler eine kräftige Abreibung erhielt. Nach dem Kampf war sein Schüler verärgert. "Warum bist du so verärgert?" fragte der Meister. Der Schüler antwortete ihm enttäuscht: "Weil ich keinen einzigen Punkt machen konnte." Der Meister nahm eine Kreide und zeichnete eine etwa eineinhalb Meter lange Linie auf den Boden. "Wie könnte man diese Linie kürzer machen?" fragte er. Der Schüler betrachtete die Linie und gab mehrere Antworten, unter anderem, dass man die Linie in mehrere Teilstücke zerlegen könnte. Der Meister schüttelte den Kopf und zeichnete eine zweite Linie, länger als die erste. "Wie sieht nun die erste Linie aus?". "Kürzer" sagte sein Schüler. "Es ist immer besser, die eigene Linie oder die eigenen Kenntnisse zu verbessern und zu erweitern, als zu versuchen die Linie des Gegners zu verkürzen."

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Wenn Du gehst, gehe. Wenn Du sitzt, sitze. Und vor allem: schwanke nicht. (Yüm men)

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Zorn ohne Handeln -
"Es ist nichts Schlimmes daran, aggressive oder feindselige Gefühle gegenüber anderen zu hegen!" sagte der Meister zu seinen Schülern. "Wenn ihr diese Gefühle annehmt, müsst ihr nicht mehr vorgeben zu sein, was ihr nicht seid. Ihr könnt lernen, diese Stimmung zu akzeptieren. Schlimm ist jedoch, wenn ihr euren Stimmungen erlaubt, euer Wesen zu bestimmen. Wenn ihr eure Aggressivität oder Feindseligkeit auf einen anderen Menschen loslasst, dann weckt ihr damit Aggression und Feindseligkeit beim Gegenüber. Die Folge ist eine direkte Konfrontation, die zu vermeiden ist. Zorn erfordert nicht unbedingt Handeln. Wenn ihr im Zorn handelt, verliert ihr eure Selbstkontrolle." Intensiv blickte er auf seine Schüler. "Wie könnt ihr erwarten, jemand anderen zu kontrollieren, wenn ihr euch selbst nicht beherrschen könnt?"



Philosophien Schwarz

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Mag. Dr. Reinhard Schwarz, Seibukan
1. Dan Shotokan



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Der Weg zum Erfolg hat keine Abkürzung
(Masahiko Tanaka)

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Wer sich zu überschwenglich freut, wird später Grund zum Weinen haben. (Tibetische Weisheit)

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Beherrsche Deine Gefühle, sonst werden sie Dich beherrschen. (Chinesisches Sprichwort)

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Es gibt kein Zuvorkommen im Karate.
Es gibt keinen ersten Angriff im Karate.
(Inschrift des Grabsteins von Gichin Funakoshi auf dem Friedhof in Kakamura)

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Ihr wisst nicht wie man den Menschen dient, wie solltet Ihr wissen, wie man den Göttern dient?
(Konfuzius)

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Nur dem wird kein Leid erfahren, der nichts sein Eigen nennt. (Dhammapada)

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Das Leben ist wie ein Kartenspiel: Was dir gegeben wurde, ist vorbestimmt; doch wie du damit spielst, ist deine Entscheidung.
(Jawaharlal Nehru)

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Unsere Vorstellungen von der Ewigkeit sind genauso nützlich, wie die Mutmaßungen eines Kükens über die Außenwelt, bevor es die Eierschale durchbricht. (Buddha)

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Keine Schneeflocke fällt je auf die falsche Stelle.
(Zen Weisheit)

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Über Erleuchtung zu lesen ist wie einen juckenden Fuß durch den Schuh hindurch zu kratzen. (Roshi Philip Kapleau)

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Selbst wenn ein Taschendieb einem Heiligen begegnete, würde er nichts als dessen Taschen wahrnehmen. (Hari Dass)

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Wenn Du ein glückliches, kraftvolles und gesundes Leben führen willst, solltest Du die helle Seite betrachten. Wenn Du Dich von Düsterheit und Trübsinn angezogen fühlst, so schaue auf die dunkle Seite.
Wenn Du nach Süden gehen willst, solltest Du nach Süden gehen. Du wirst nie im Süden ankommen, wenn Du immer weiter nach Norden gehst.
Du kannst Dein Leben lachend oder weinend verbringen. Es liegt an Dir.
Willst Du die positive Seite der Dinge betrachten, so glaube daran, dass der Weg des Universums der Weg der Liebe ist. Gebrauche dann Deinen Geist positiv und lasse das ki fließen!
Willst Du jedoch die dunkle Seite des Lebens betrachten, dann liegt der Weg offen vor Dir: glaube an die Unbarmherzigkeit der Quelle des Lebens, gebrauche Deinen Geist negativ, beklage Dich und ziehe Dein ki zurück!
(Koichi Tohei)



Im Karate-Training muss man unterscheiden, ob die Techniken für die Selbstverteidigung oder für die Kultivierung des Geistes gedacht sind. Karate kann in einem kurzem Zeitraum nicht ausreichend gelernt werden. Auch ein träger Bulle, egal wie langsam er sich bewegt, wird schließlich 1000 Meilen zurücklegen. Dies gilt auch für einen, der sich entschließt, jeden Tag 2 oder 3 Stunden fleißig zu studieren. Nach 3 oder 4 Jahren der nicht nachlassenden Bemühung wird sein Körper eine große Umwandlung zeigen und ihm die wahre Essenz des Karate enthüllen.
(Itosu Anko, Oktober 1908 in einem Brief an das Gesundheitsministerium)

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Ikken-hissatsu (Wirkung), das in der Praxis des Kämpfens nur die eine Seite des Handlungspotentials darstellt, schließt in den Interpretationen des Budo Sun-dome mit ein, wodurch es möglich wird, die maximale Wirksamkeit der Technik zu üben, aber ihre destruktive Wirkung, durch Kontrolle aufzuheben. Sun-dome bedeutet, dass die Technik vor dem Ziel abgestoppt wird.
In der philosphischen Betrachtung bedeuten Ikken-hissatsu und Sun-dome, dass ein Mensch die Fähigkeit zur absoluten Wirkung durch die Achtung vor dem Leben zügelt und beide Möglichkeiten hält. In der Gesamtverfassung des Menschen sind Ikken-hissatsu und Sun-dome die beiden Pole seines Wirkungsvermögens.
(Aus dem Buch Okinawa Karate von Werner Lind)

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'do kann' - Der Weg ist ein Kreis!
So, wie die blanke Oberfläche eines Spiegels alles wiedergibt, was vor ihm steht, und wie ein stilles Tal selbst den schwächsten Laut weiterträgt, soll der Karateka sein Inneres leermachen von Selbstsucht und Bosheit, um in allem, was ihm begegnen könnte, angemessen zu handeln. Das ist mit kara oder "leer" im Karate gemeint.
(Gichin Funakoshi - Begründer des modernen Karate)

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Aus dem Tao entstand Eins.
Aus Eins entstand Zwei.
Aus Zwei entstand Drei.
Aus Drei entstanden die zehntausend Dinge.
Die zehntausend Dinge tragen in sich Yin und umfangen Yang. Sie erlangen Einklang, wenn sich diese Kräfte miteinander verbinden.
Tao-Te-Ching (Lao-Tse)
Karate ist die Herrschaft über die richtige Spannung und Entspannung des Körper und des Geistes.
Karate niwa sente nashi - Der Karateka macht niemals die erste Bewegung.
Die Kraft des Geistes ist grenzenlos, die Kraft der Muskeln ist begrenzt. (Koichi Tohei)

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Du magst lange, lange Zeit üben, aber wenn Du nur Deine Hände und Füße bewegst und auf und ab hüpfst wie eine Marionette, dann ist das Karate-Studium nicht viel anders als das Tanzenlernen. Du wirst nie zum Kern der Dinge vordringen. Du wirst die Quintessenz von Karate-Do nicht begriffen haben. (Gichin Funakoshi)

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Bei einem Spaziergang mit einem seiner Schüler deutete ein Zen-Meister auf einen Fuchs, der ein Kaninchen jagte.
"Eine alte Fabel sagt, dass das Kaninchen dem Fuchs entkommen wird", sagte der Meister. "Nein", antwortete der Schüler. "Der Fuchs ist schneller."
"Trotzdem, das Kaninchen wird entkommen", beharrte der Meister.
"Warum seid Ihr so sicher?" fragte der Schüler.
"Weil der Fuchs um sein Mittagessen läuft, das Kaninchen aber um sein Leben", antwortete der Meister. (Autor unbekannt)

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König Hsuan von Chou hörte eines Tages von Po Kung-i: Man sagte, er sei der stärkste Mann im ganzen Königreich. Als die beiden einander begegneten, war der König enttäuscht, denn Po wirkte eher schwächlich und zart. Als der König Po fragte, wie stark er denn wirklich sei, sagte Po sanft "Ich kann einem Frühlings-Grashüpfer das Bein brechen und dem Flügelflattern einer Herbst-Zikade standhalten". Aufgebracht donnerte der König: "Ich kann Nashornleder zerreißen und neun Büffel an ihren Schwänzen, und doch schäme ich mich meiner Schwäche. Wie kommt es, dass du so berühmt bist?" Po lächelte und antwortete leise: "Mein Lehrer war Tsu Shang-chi’ui, dessen Kraft in der Welt ohnegleichen war, aber nicht einmal seine Verwandten wussten davon, weil er sich ihrer nie bedient hat."