Die 3 Säulen des Karate-Trainings

Kihon

Übersetzt bedeutet Kihon Grundlage oder Quelle, Ursprung (des Könnens) und wird häufig auch als Grundschule des Karate bezeichnet. Es umfasst die grundlegenden Techniken, die das Fundament des Karate bilden. Die einzelnen Techniken werden immer wiederholt, entweder langsam oder schnell, kraftvoll oder leicht/locker. Der Bewegungsablauf der einzelnen Technik wird in alle Bestandteile zerlegt und es wird versucht die Ideallinie der Bewegung zu finden, wobei es immer etwas zu optimieren gibt. Der Bewegungsablauf muss optimal verinnerlicht werden – reflexartig abrufbar, da für Denken, Planen und Handeln in einem realen Kampf zu wenig Zeit ist. Einatmung, Ausatmung, maximale Anspannung des ganzen Körpers im Zielpunkt. Kraftzentrum und Schwerpunkt liegen im Hara (ca. 2 cm unter dem Bauchnabel). Eine gute Gleichgewichtsbalance ist erstrebenswert und der innere Schwerpunkt muss gefunden werden. Die Haltung soll aufrecht sein.

Säulen Kihon

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Oliver Hagleitner, Seibukan
1. Dan Shotokan

Kata

Kata bedeutet Form oder Schablone. Eine Kata ist ein stilisierter und choreographierter Kampf gegen mehrere imaginäre Gegner nach genau festgelegten Bewegungsabläufen. Die Kata ist die traditionellste Form des Karate und wurden zur komprimierten Weitergabe der Techniken einer Schule oder eines einzelnen Meisters ohne die Notwendigkeit schriftlicher Aufzeichnung entwickelt. Gerade in den Katas wird der friedliche Grundgedanke des Karate Do deutlich, denn jede Kata beginnt mit einer Abwehrtechnik. Die Kata ist durch 6 Elemente charakterisiert. Verschiedene Stilrichtungen üben im allgemeinen verschiedene Kata, jedoch gibt es auch viele Überschneidungen, Varianten und unterschiedliche Namensgebung. Kata ist neben Kumite eine der beiden Wettkampf-Disziplinen der World Karate Federation.

Die Shotokan-Katas:

  • taikyoku shodan » Taikyoku Grundstufe

  • taikyoku nidan » Taikyoku zweite Stufe

  • taikyoku sandan » Taikyoku dritte Stufe

  • heian shodan » Heian Grundstufe

  • heian nidan » Heian zweite Stufe

  • heian sandan » Heian dritte Stufe

  • heian yondan » Heian vierte Stufe

  • heian godan » Heian fünfte Stufe

  • tekki shodan » Tekki Grundstufe

  • tekki nidan » Tekki zweite Stufe

  • tekki sandan » Tekki dritte Stufe

  • empi » Flug der Schwalbe

  • hangetsu » Halbmond

  • bassai dai » Die Mauer zerstören - groß

  • bassai shô » Die Mauer zerstören - klein

  • kankû dai » Die Himmelsschau - groß

  • kankû shô » Die Himmelsschau - klein

  • jion » Liebe und Güte

  • ji´in » Liebe und Schatten

  • jitte » Zehn Hände

  • meikyô » Heller Spiegel

  • nijû shi ho » Vierundzwanzig Schritte

  • sôchin » Stärke und Ruhe

  • gankaku » Kranich auf dem Fels

  • wankan » König und Krone

  • gojû shi ho dai » Vierundfünfzig Schritte - groß

  • gojû shi ho shô » Vierundfünfzig Schritte - klein

  • chinte » Seltene Hand

  • unsu » Hand in den Wolken

 

Kumite

Kumite bedeutet übersetzt Kampf oder Kampfübung. Das Kumite stellt innerhalb des Trainings eine Form dar, das es dem Trainierenden nach ausreichender Übung ermöglicht, sich in ernsten Situationen angemessen verteidigen zu können. Voraussetzung ist das richtige Verstehen und Einüben elementarer Grundtechniken aus dem Kihon und der Kata. Im Kumite werden Abwehr-, Angriffs,- und Kontertechniken mit dem Partner geübt. Ziel dieser Übungen ist es, den Karateka an den freien Kampf heranzuführen. Dem Karateka wird dabei ein hohes Maß an Präzision und Kontrolle über die eigenen Karatetechniken abverlangt. Die Verantwortung gegenüber dem Partner beim Üben und gegenüber dem Gegner im Kampf muss daher jedem jederzeit bewusst sein. Respekt vor dem Übungspartner und dem Gegner stehen an oberster Stelle. Das Kumite ist eine der beiden Wettkampf-Disziplinen der World Karate Federation.

Säulen Kihon

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Gudrun Mayrhofer, Seibukan
3. Dan Shotokan